„Digitale partizipative Forschung mit Jugendlichen in Wohneinrichtungen im Kontext der Sozialen Arbeit: eine digitale Forschungsmethode mittels Messenger“, so der Vortragstitel von Isabel Zorn, Marc Schmidt, Dennis Wilk und Janina Rösch auf der zehnten Europäischen Konferenz für Forschung in der Sozialen Arbeit (European Conference For Social Work Research, kurz ECSWR), die vom 05. bis 07. Mai 2021 zum Thema Innovationen in der Praxis, Gesetzgebung und sozialen Entwicklung stattfand. Der Vortrag problematisierte, dass bisherige Vor-Ort-Forschung mittels üblicher qualitativer Forschungsmethoden wie Interviews, Teilnehmender Beobachtung oder Gruppendiskussion unter den Covid-Pandemie-Einschränkungen wie Kontakt- und Betretungsverbote nicht mehr möglich waren. Bislang liegen keine Routinen vor, wie mit Menschen außerhalb der eigenen Forschungseinrichtung sicher und verschlüsselt digitale Forschungsdaten erhoben werden können, besonders wenn eine Zusammenarbeit mit Adressat*innen der Sozialen Arbeit erfolgt. Beliebte Dienste wie E-Mail, Skype, WhatsApp, Viber und Cloud-Dienste wie Dropbox etc. übertragen und verarbeiten unverschlüsselt sensible Daten wie Kontakte, Metadaten oder teilweise auch den Inhalt. Nachteile von E-Mail (keine Standardverschlüsselung), Post und Telefon (Mangel an diversen Datenformaten und Asynchronität) wurden festgestellt. Der Vortrag begründete daher die Auswahl eines sicheren Messenger-Dienstes und erläuterte, wie damit Jugendliche in einem Forschungsprozess beteiligt werden können, und zwar unter Wahrung ihrer Anonymität. Die Nutzung eines Messengers als Vehikel eines Design Probe Kit wurde erläutert. In der anschließenden Diskussion wurde die Notwendigkeit der Weiterentwicklung geltender ethischer Grundsätze der Sozialen Arbeit in Bezug auf die Nutzung und Auswahl digitaler Tools deutlich und von ausgewiesenen Expertinnen und Experten aus dem Feld der Ethik in der Sozialen Arbeit unterstrichen.