DiTeS Veranstaltung 2018
DiTeS Open 2018 – Projekte an der Schnittstelle Digitalisierung und Soziale Arbeit

Am 27. Juni 2018 fand am Campus Südstadt (Köln) die 3. Auflage der DiTeS Open des Forschungsschwerpunkts statt. Die jährlich stattfindende, offene Veranstaltung bietet Einblicke in das breitgefächerte interdisziplinäre Feld der Digitalisierung sozialer Dienste und erfreut sich zunehmender Beliebtheit.
Im Zentrum standen in diesem Jahr nicht nur aktuelle Projekte von Studierenden und Professor*innen, sondern alle Projekte an der Schnittstelle Digitalisierung und Soziale Arbeit.
Im Sinne eines Marktplatz gab es, neben Projektvorstellungen, an zahlreichen Ständen (Projekt-Stationen) die Möglichkeit zum direkten Austausch zu Projekten, die sich noch in der Entwicklungsphase befinden. Bei Snacks und Getränken nutzten die Teilnehmenden gerade dieses offene Setting für Feedback, Nachfragen oder Networking. Trotz des Fußball WM-Spieltags fanden sich zahlreiche Interessierte nach den Projekt-Vorstellungen an den Stationen wieder.

Es moderierte die Direktorin des Instituts für Medienforschung und Medienpädagogik, Prof. Dr. Isabel Zorn.

Projekt-Vorstellungen

Entwicklung und Umsetzung einer digitalen Lösung zur Unterstützung der Hauswirtschaftsprozesse in der Altenpflegebranche

Ein sehr aktuelles Thema der Altenpflege-Branche behandelt Hannah Küppers in ihrer Master-Thesis an der TH Köln. Sie beschäftigt sich mit der Entwicklung und Umsetzung digitaler Lösungen zur Unterstützung von Hauswirtschaftsprozessen. Das Projekt begleiten Prof. Dr. Hans-Günter Lindner und Dr. von Esmarch-Rummler der Kooperationspartnerin Miele & Cie. KG. Per Videoschaltung gaben sie während der Veranstaltung spannende Einblicke in den aktuellen Stand des Projekts.

elVi – DSGVO konforme elektronische Videoberatung für die Soziale Arbeit

Prof. Dr. Klein, Prorektor der Katholischen Hochschule NRW, stellte eine innovative elektronische Videoberatung vor, die höchste und zertifizierte Sicherheitstandards erfüllt. Die Vorteile der Videoberatung liegen in einer vereinfachten multi-disziplinären Kommunikation und ortsunabhängigen Beratung.
Das breit gefächerte Publikum diskutierte, dass eine gute und stabile Internetverbindung bei manchen Klienten der Sozialen Arbeit nicht immer gewährleistet sei, diese aber für eine Videoberatung obligatorisch ist. Öffentliche Plätze bieten zwar häufig offenes W-Lan an, jedoch stellten sich Fragen zum Datenschutz. Diese Feedback wurde unter anderem auch an der zugehörigen Projektstation thematisiert.
Die Website des Anbieters stellt weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten bereit.

Jugendarbeit.digital – Förderung des sinnvollen Einsatzes von Medien in der Jugendarbeit

Rafael Freuler von Jugendarbeit.digital stellte sein Projekt als Ganzes vor. Er arbeitet selber aktiv in der Jugenarbeit und unterstützt mit seinem Projekt Institutionen der lokalen Jugendhilfe.
Die Jugendapp, ein lizenzfreies App- und Website-System, lässt sich ohne technische Vorkenntnisse an lokale Bedürfnisse anpassen. Jugendliche können über die App Ferienjobs suchen oder auch einen anonymen Beratungs-Chat benutzen. Zudem können sowohl Fachkräfte der Jugendarbeit, als auch betreute Jugendliche News mit Bildern, Film, Fotos und Links publizieren und Events verbreiten.
Diskutiert wurde unter anderem, dass das Chat-System eine Weiterleitung in Form einer E-Mail Beratung nutzt und nur auf der Nutzeroberfläche des Nutzenden als Chat erscheint. Dadurch sei der Datenschutz nicht hundertprozentig gewährleistet.
Weitere Informationen finden sich auf der Website von Jugendarbeit.digital und die des Projekts Jugendapp.

sociallook.net – HELFEN 4.0 – ein Plattformprojekt zur Verwaltung von Profilen und Vernetzung von Hilfestellen

Langwierige und komplizierte Bearbeitung, sowie undurchsichtige Kommunikation sind nur wenige der vielen Probleme, die bspw. bei der Interaktion mit Behörden auftreten können und durch eine innovative Plattform wie Sociallook.net verbessert werden sollen. Vorgestellt von Thomas Rzepus kann Sociallook hilfsbedürftige Menschen bei der Kommunikation mit zuständigen Institutionen, wie dem Jobcenter und anderen Behörden, unterstützen und das Soziale Netz in Deutschland effizient nutzbar machen. Alle wichtigen Dokumente können auf die Plattform hochgeladen und dort eingesehen werden.
Klient*innen können wiederum auch in den Einstellungen verwalten, wer die Berechtigug hat, diese einzusehen. Des Weiteren haben Nutzer*innen die Möglichkeit, persönliche Ziele oder Aufgabenstellungen zu definieren und diese zu verfolgen. Eine integrierte Kalenderfunktion kann die Koordination von Terminen erleichtern und die Erinnerungsfunktion das Einhalten von Fristen und Aufgaben begünstigen.
Sociallook arbeitet bereits mit Kooperationspartner*innen wie dem Jobcenter und dem Landkreis Nordhausen zusammen.
Die Website von Sociallook bietet weitere Informationen.

Lehrforschungsprojekt DUAL – Digitale Unterstützungssysteme für Angehörige und Pflegekräfte in der Lebenswirklichkeit von Menschen mit einer Demenzerkrankung

Immer wieder thematisiert im Zusammenhang Digitalisierung: Die Digitalisierung der Pflege. Prof. Dr. Stefan Bente stellte in diesem Bereich in Zusammenarbeit mit der AOK Rheinland/Hamburg mit Studierenden der TH-Köln entwickelte Projekte vor.
Beispiele für digitale Produkte sind niedrigschwellige Unterstützungsmöglichkeiten: ein digitaler Tageszettel, der die Strukturierung des Alltags fördern soll oder Sensoren zur Frühwarnung bei Stürzen für Menschen mit Demenzerkrankung.
Spannende Diskussionen rund um die Projekte der Studierenden konnten an der zugehörigen Projektstation geführt werden.

Projektstationen

An den Projektstationen konnte vielfältig nach Feedback gefragt und Diskussionen angeregt werden. Auch Entwicklungen, die auf Endgeräten präsentiert werden konnten, wurden vorgestellt und getestet. Zusätzlich zu den bereits benannten Projekten stellten sich folgende interessanten und gut durchdachten Ideen auf.

PowerUp – Medienpädagogik und Erziehungshilfe

Die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen ist digital: Zumindest zu einem großem Teil. Um Institutionen und Einrichtungen der Jugendhilfe digital zu „updaten“ entwickelt die Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW, Geschäftsstelle Köln, u.a. langfristige Strategien, die Einrichtungen dazu befähigen sollen, medienpädagogische Angebote selbstständig anzubieten. Dabei soll zudem eine institutionelle Absicherung für die Mitarbeitenden gewährleistet und gleichzeitig das eigene Profil zeitkritisch und aktuell geprägt werden. Projektleiter Alexander Hundeborn, der leider persönlich nicht anwesend war, wurde durch Felix Dietz von Jugend hackt NRW vertreten. Zusammen mit Martina Sussenburg und Pascal Horstmann boten sie eine Projektstation an, die sich an Einrichtungen richtet, welche über die modularen Angebote von PowerUp sich selbst ein Update verpassen wollen.
Über die Website finden sich weitere Informationen und Kontaktdaten.

Digitales Hilfe-Ortungssystem (Studierendenprojekt)

Oso System - Digitales Hilfe-Ortungssystem

In Notistuationen ist es wichtig, schnell und einfach die Menschen zu erreichen, die einem effizient helfen können. Pierre Wilken, Dennis Hertel und Valentino Bernardo der Fakultät für Informatik der TH Köln nutzten den Rahmen der Projekt-Stationen um die Entwicklung ihres Digitalen Hilfe-Ortungssystems vorzustellen und beim offenen Austausch das Feedback für ihre weitere Arbeit zu nutzen. Die engagierten Studierenden setzten ihren Schwerpunkt in diesem Projekt auf eine soziale und technisch anspruchsvolle Idee. Interessierte legen sich einen Account an und hinterlegen zu jedem Ansprechpartner, was bei welchem Signal passieren soll. Beispielsweise kann auch ein Standort direkt mitversendet werden. 
Auf ihrer Website können die Studierenden kontaktiert und weitere Informationen rund um ihr Projekt gefunden werden.

FaBIs (Fachkräfte und Bürger Informationssystem)

Oftmals gestaltet sich die Recherche nach passenden Angeboten für und durch Klient*innen Sozialer Arbeit unübersichtlich und zeitaufwändig. FaBIs, das Fachkräfte- und Bürgerinformationssystem, soll  Angebote und Anbietende auffindbar machen. Als eigenständiger Web-Server oder als integriertes Format in eine bereits vorhandene Website, kann es mit der Informationsbasis untermauert werden und damit in  Beratungsprozesse von Fachkräften, etwa in die Bildungs- oder Sozialberatung, eingebunden werden. Immer dann, wenn ein bedarfsgerechtes Angebot für Klient*innen oder Kund*innen gesucht wird, kann FaBIS eine wichtige Grundlage für Recherchen liefern. Jürgen Spexard der GEBIT Münster stellte dieses praktische und effiziente System vor.
Auf dieser Website finden sich weitere Informationen zum Informationssystem.



Wir bedanken uns bei allen Vortragenden und Interessierten für Ihren Input und die zahlreiche Teilnahme am Programm des diesjährigen DiTeS Open. Wir freuen uns über weiteren Austausch und Zusammenarbeit.