Am 26. Juni lud der Forschungsschwerpunkt DITES zum vierten DITES Open in die KISD ein … Wie in den vergangenen Jahren zeigte sich ein facettenreiches Bild des interdisziplinären Feldes Digitalisierung Sozialer Dienste.

Im ersten Teil des DITES Open gaben Impulsvorträge Einblicke in aktuelle Projekte. Danach konnten weitere Projekte an den Projektstationen auf dem Marktplatz erlebt und diskutiert werden.

Trotz sommerlicher Temperaturen konnte DITES ein großes und bunt gemischtes Publikum an der Köln International School of Design willkommen heißen. Von den verschiedenen vertretenen Institutionen und Trägern kamen bei allen im ersten Teil vorgestellten Projekten vielfältige Rückmeldungen. Auch im lockeren Marktplatz der Projektstationen fand später reger Austausch statt.

Vorstellungen von Projekten an der Schnittstelle von Digitalisierung und sozialen Diensten

Dites-Mitglied stellt eine Frage
Auch während der Vorträge wurde mitgedacht und ausgetauscht // © DITES/Simone Dahmen

INTIA – Inklusive Entwicklung von Methoden und Technologien für Hilfen zur Alltagsbewältigung in der Behinderten- und Erziehungshilfe

Prof. Dr. Zorn stellt das Projekt INTIA vor
Leiterin des Projekts Prof. Zorn stellt INTIA vor // © DITES/Simone Dahmen

Zum Auftakt stellte Prof. Dr. Isabel Zorn in ihrer Funktion als Leiterin den Forschungsschwerpunkt DITES und das neu gestartete, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt „INTIA“ vor.

In diesem Projekt sollen Menschen in Hilfen zur Erziehung oder Eingliederung, welche häufig in geringerem Maße in die digitale Welt eingebunden sind, mithilfe der Entwicklung eines digitalen Baukasten-Prinzips und inklusiver Designmethoden im Alltagslabor in die Lage versetzt werden, technologische Lösungen selbst zu gestalten und so Selbstwirksamkeit zu erleben.

ETAPPE – Caritas Düsseldorf

Die Vorstellung des Projekts „ETAPPE“ // ©DITES/Simone Dahmen

Im Folgenden stellten für den Caritasverband Düsseldorf Stephan Klatt und Dirk Stegemann das Projekt „ETAPPE“ vor. Bei diesem Projekt wendet die Caritas ihr Konzept „IS SO“ an. Ziel ist, Heroin Substituierende zu unterstützen, darüber hinaus sollen sie eine eigene Stimme bekommen. Die Teilnehmenden sollen so ihre Potentiale mittels kollektiver Medienarbeit in den Werkstätten der Caritas erkennen und verwirklichen.

Das Projekt Etappe auf der Website der Caritas Düsseldorf.

PDF: Vortrag zu ETAPPE

Datenaustausch in Jugendberufsagenturen

Ulrike Sommer bei der Vorstellung der neuen Software // © DITES/Simone Dahmen

Bei der Hilfe junger Menschen sind unterschiedlichste Akteure involviert, die als Anlaufstellen untereinander in Kontakt treten. Frau Ulrike Sommer der Agentur für Arbeit stellt die Entwicklung eines IT-Systems zum Datenaustausch zwischen den Sozialleistungsträgern vor. Durch diese Schnittstelle soll der gesicherte Austausch von Daten junger Berufseinsteiger in den verschiedenen Jugendberufsagenturen möglich gemacht und die Zusammenarbeit der Akteure erleichtert werden. Dies werde den Adressat*innen die wiederholte Darstellung ihrer Situationen oder Umstände ersparen. Die dadurch gesparte Zeit könne für erfolgreichere Beratung genutzt werden.

Die Software ist momentan in Entwicklung. Ab Beginn nächsten Jahres soll sie in ausgewählten Agenturen getestet werden. Im nächsten Schritt ab Sommer 2020 werde sie in allen Jugendberufsagenturen nutzbar.

PDF: Vortrag der Bundesagentur

KI-TT: KI Talks&Teams

Screenshot des Online-Magazins zu KI

Mit ihrem Online-Magazin zu Künstlicher Intelligenz (KI) hatte ein Kurs der Online-Redakteure (m/w/d) der TH-Köln den Hochschulwettbewerb zum Wissenschaftsjahr 2019 gewonnen. Um auch offline eine Plattform für die Öffentlichkeit zum Thema KI zu schaffen, finden seit Juni Barcamps zur offenen Diskussion über KI statt: KI-TT: KI Talks&Teams.

Schwerpunkt sind dabei auch Einsatzmöglichkeiten von KI in sozialer Arbeit und Medizin. Die Leiterinnen der Barcamps, Prof. Dr. Amelie Duckwitz und Miriam Schmitz, zeigten in einem Impulsvortrag das Magazin und die Dokumentation des ersten Barcamps im Juni.

Das Online-Magazin zu KI hier.
Für die Barcamps zum Thema KI gibt es eine eigene Website.

Digitalität im Caritasverband Köln – Ergebnisse einer Untersuchung in der offenen Jugendarbeit

Diskussion nach dem Vortrag von Herrn Münch
Nach einem Schnelldurchlauf seiner Forschung beantwortet Prof. Münch Fragen // © DITES/Simone Dahmen

Prof. Dr. Thomas Münch von der Hochschule Düsseldorf präsentierte die Ergebnisse einer Forschungsarbeit, die er mit Studierenden der Hochschule zu Kölner Jugendarbeit in Caritaseinrichtungen durchführte. Forschungsinteressen waren dabei die alltagpraktischen und alltagsweltlichen Praktiken von Fachkräften und Nutzer*innen im Kontext der Digitalisierung der Sozialen Arbeit in offenen Jugendeinrichtungen und Flüchtlingsunterkünften. Ergebnisse waren unter anderem, inwiefern die Kommunikation von Jugendlichen mit Sozialarbeiterinnen auf deren private Smartphones ausweichen muss, weil die Diensthandys entsprechende Apps nicht zulassen, aber auch die Gleichwertigkeit nicht medialer Angebote für die Jugendlichen.

Besondere Anerkennung vom Publikum erhielt diese Forschung, weil sie mit Studierenden erfolgreich und umfassend durchgeführt wurde.

PDF: Vortrag von Prof Münch

OSO – Open Source Ortungssystem

Diese Vorstellung ist leider krankheitsbedingt ausgefallen. Trotzdem möchten wir hier den Inhalt noch einmal zusammenfassen:

Die Informatik-Studierenden Dennis, Pierre und Valentino entwickeln ein Open Source Ortungssystem. Open Source bedeutet, dass jeder Person die Technologie kostenfrei zur Verfügung gestellt wird. Daher bietet es sich für Non-Profit-Nutzung an. Das System ist darauf ausgelegt, beispielsweise in Notsituationen Freunde und Familie wissen zu lassen, wo man sich aufhält. Dabei liegen Schwerpunkte auf Verlässlichkeit und Datenschutz.

PDF: Vortrag zu OSO

Projektstationen

Die Projektstationen boten einen Rundgang durch den aktuellen Forschungsstand und Anwendungsfelder im Themengebiet. Bei Snacks und Getränken konnten sich Fachkräfte, Studierende und Forschende auf Augenhöhe austauschen und vernetzen.

Algorithmische Entscheidungsfindung in der Sozialen Arbeit

Projektstand mit Teilnehmenden
Projektstation von Vanessa Erdmann beim Marktplatz // © DITES/Simone Dahmen

Eine Gruppe von Studierenden der Sozialen Arbeit an der Technischen Hochschule Köln, vertreten durch Vanessa Erdmann, recherchierte zu den möglchen Auswirkungen und Implikationen der Nutzung algorithmischer Systeme bei der

Entscheidungsfindung in der Sozialen Arbeit. Das Analysebeispiel der Gruppe war dabei die Nutzung zur Gefährdungseinschätzung im Jugendamt.

PDF: Poster

PDF: Semesterarbeit

Bildungsteilhabe Geflüchteter im Kontext digitaler Bildungsarrangements

Stand der UNI Köln zur Bildungsteilhabe von Geflüchteten
Clara Wüstefeld erklärt die Forschungsarbeit // © DITES/Simone Dahmen

Michi Fujii (M.A.) und Clara Wüstefeld (M. Ed.) von der Universität Köln vertraten diese Forschung am Projektstand, zum Projektteam gehören zudem Prof. Dr. Nadia Kutscher (Verbund- und Projektleitung) und Nina Goretzko, (B.A.)

In Zusammenarbeit mit der Leuphana Universität Lüneburg forscht das Team zu der Bedeutung, die digitale Medien im Alltag von geflüchteten Jugendlichen für ihre Bildungsteilhabe haben. Untersucht werden sowohl Bildungsmöglichkeiten pädagogisch ungeplanter Bildung, wie durch das persönliche Smartphone, als auch formellen Bildungsarrangements – wie Schulen.

Methodisch geht die Verbundforschung als ethnographische Studie mit teilnehmenden Beobachtungen, Interviews sowie Artefaktanalysen vor.

Ausführliche Darlegung der Forschung auf der Seite der Universität Köln.

PDF: Poster

#DIBEMAT – Digitale Betreuung Maternus

Eine Betreuerin probiert mit einem Teilnehmenden eine Virtual-Reality-Brille.
Alexandra Kasper vom Altenzentrum St. Maternus erklärt die VR-Brille // © DITES/Simone Dahmen

An der Projektstation des Caritas-Altenzentrum St. Maternus konnten Teilnehmende Spiele und eine Virtual Reality Anwendung ausprobieren. Beides mit Systemen, die für die Nutzung in der Betreuung von beispielsweise Senior*innen Verwendung finden. So entführen die Betreuer in der Praxis durch Virtual-Reality mit Google Street View die Betreuten in ihre alte Heimat oder an neue Orte. Modifizierte Controller, die Haptik und Griff für die Zielgruppe verbessern, erleichtert das Spielen und Lernen, auch im Team-Modus. Das schult bei Klein und Groß die Koordination mit anderen.

Das Konzept #Dibemat ist im Detail auch auf der Seite des Caritas beschrieben.

Der Caritasverband Köln war so freundlich, uns weitere Bilder zur Verfügung zu stellen:

Fearless Change App

Stand der Fearless Change App mit Gründern
Projektstation der Fearless Change App // © DITES/Simone Dahmen

Die beiden Informatik-Studierenden Florian Herborn und Sebastian Quast haben sich von dem Buch „Fearless Change“ zu einer App inspirieren lassen. Zusammen mit den Autoren des Buches erarbeiteten sie Impulskarten mit Tipps, wie man Veränderungen entspannt entgegensieht. Innerhalb einer App unterstützen diese Impulskarten Anwender*innen bei Herausforderungen durch Veränderungsprozesse.

Natural Hair Values: Identitätsbildung mit Digitalisierung

PRojektstation Natural Hair Values mit ausgedruckten Fotos
Portraits von PoC an der Projektstation // © DITES/Simone Dahmen

Als Antwort auf Diskriminierung und Unterdrückung entwickelte sich das natürliche Tragen ihrer Haare bei People of Colour (PoC) zu einem Symbol der Identität, zeigt Selbstbewusstsein und Resilienz. Diese Bewegung „Natural Hair“ braucht ein Konzept, damit sie auf digitalen Sozialen Plattformen und planbar für Communitys funktioniert. Hier greift die Fotographie von PoC mit dem human value design von Prof. Dr. Hans-Günter Lindner.

In Zusammenarbeit mit Genda Obermuller von der Sonnenblumen Community entstanden einige bewusst an den Werten des Natural Hair Movement orientierten Fotografien.

Zur Website der Sonnenblumen Community Development Group eV. Der Verein hat auch eine Facebook-Seite.

DITES

Amelie Duckwitz vor dem DITES-Stand
DITES-Mitglied Prof. Dr. Duckwitz im Austausch // © DITES/Simone Dahmen

Auch der Forschungsschwerpunkt „Digitale Technologien und Soziale Dienste“ stellte sich mit einer Projektstation vor und gab einen Überblick über die laufenden Projekte und die Mitglieder des Forschungsschwerpunkts.

PDF: Poster

Wir bedanken uns bei allen Vortragenden und Interessierten für Ihren Input und die zahlreiche Teilnahme am Programm des vierten DITES Open. Wir freuen uns über weiteren Austausch und Zusammenarbeit.

Eindrücke von der Veranstaltung:

  • Stand einer Projektstation
    Reger Austausch bei der Station zur Fearless Change App