Baptiste Egelhaaf studiert an der TH Köln Pädagogik und Management (MA). Zudem ist er seit Oktober 2018 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsschwerpunkt DITES. Im Rahmen seiner Bachelor-Thesis beschäftigte er sich mit Apps für geflüchtete Menschen.

Der Vortrag „Digitale Flüchtlingshilfen – Apps zwischen Lenkung und Selbstermächtigung in Integrationsprozessen?“ bezieht sich auf die Bachelor Thesis „Apps für geflüchtete Menschen – exemplarische Analyse“ (Egelhaaf 2017). Innerhalb dieser qualitativen Forschungsarbeit werden aus einer sozialarbeitswissenschaftlichen Perspektive Apps, die bei dem Integrationsprozess von geflüchteten Menschen in Deutschland unterstützen sollen, auf einer inhaltlichen und technisch funktionalen Ebene analysiert. Mit einer eigens entwickelten Erhebungsmethode werden die Inhalte der Apps mithilfe eines Analyserasters ausgewertet. Für dieses dient als Grundlage das Modell „Integration als Sozialintegration“ (Heckmann 2015) von Friedrich Heckmann. Die fünf analysierten Apps sind für unterschiedliche geografische Bereiche konzipiert und bei den Initiatoren handelt es sich um staatliche Institutionen, „Willkommensinitiativen“ und Institutionen der Sozialen Arbeit. Innerhalb des Vortrages werden die Ergebnisse der Analyse vorgestellt. Der Fokus liegt dabei auf der Gewichtung der Inhalte in Bezug auf die Dimensionen der Integrationsprozesse. Auf Grundlage des Forschungsmaterials werden Hypothesen vorgestellt, wie durch Inhalte der Apps Mechanismen entstehen, die die Integrationsprozesse zwischen Lenkung und Selbstermächtigung beeinflussen. Dabei ist zu beachten, wer die Initiatoren der Apps sind, da es sich bei Integrationsprozessen um Prozesse zwischen Aufnahmegesellschaft(en) und geflüchteten Menschen handelt, die einer prinzipiellen Asymmetrie unterliegen. Anhand der technisch funktionalen Ebene werden Hypothesen erläutert, die aufzeigen, inwieweit die Asymmetrie durch einzelne Funktionen i.S. von Softwarelogiken innerhalb der Apps beeinflusst werden können. Ein Beispiel dafür sind Funktionen, die es Nutzer*innen ermöglichen, die Inhalte der Apps mitzugestalten i.S. einer Selbstbestimmung. Aufgrund des explorativen Charakters der Forschungsarbeit ist es nur möglich Hypothesen in Bezug auf die Integrationsprozesse zu präsentieren, da keine Nutzer*innen an der Forschung beteiligt waren. Das Ziel des Vortages ist es Hypothesen, die in weiteren Forschungsvorhaben verifiziert werden können, zu präsentieren.